"Sei mit Leib und Seele Mama und investier dich so gut du kannst in deine Kinder aber vergesse dabei nicht dich selbst."

Judith ist Geschäftsführerin von elaja und Mutter zweier Kinder. Neben ihrem Job als Mama, treibt sie leidenschaftlich gerne Sport und nutzt jede freie Sekunde für elaja. Heute berichtet sie uns zu unterschiedlichsten Themen und gibt uns einen kleinen Einblick in ihren Alltag.
    • Wie kam es zu deiner Idee mit elaja nursingwear?

    Elaja ist aus der Not heraus entstanden: ich hatte einen Kleiderschrank voller toller Sportkleidung aber kein einziges Teil davon war stilltauglich für die heißen Sommermonate geschweige denn zum Sport treiben. Da immer schon ein großer Traum von mir war, meine eigene Activewearcollection zu haben, wollte ich mir diesen Traum endlich erfüllen: ich habe alle Hebel in Bewegung gesetzt und jede freie Minute (viele davon gibt es nichtmehr als Mutter) genutzt, um meinen Traum Realität werden zu lassen und tadaaa knapp 1,5 Jahre später war alles unter Dach und Fach und ich hatte endlich meine eigene Bekleidungsmarke .

    • Hast du dich von irgendetwas oder irgendjemandem inspirieren lassen?

    Hmm ich denke mein Mann. Mein Mann ist für mich in ganz vielen Bereichen eine Inspiration und ein Vorbild. Wenn er sich etwas in den Kopf setzt, dann erreicht er immer sein Ziel. Egal, ob es die Gründung seiner eigenen Firma war oder was auch immer: er findet stets einen Weg, seine Träume Realität werden zu lassen. Er ist auch derjenige, der von Anfang an hinter mir stand und mich auch an Tagen, an denen ich am liebsten aufgegeben hätte, motiviert hat, weiter zu machen. Ohne ihn stände ich heute privat und beruflich nicht dort, wo ich jetzt bin.

    • Wolltest du schon immer dein eigenes Unternehmen gründen?

    Das kann ich definitiv mit nein beantworten. Ich bin nicht vom „Typ Chef“ und teile mir lieber mit anderen die Verantwortung, weshalb die Selbstständigkeit geschweige denn ein Unternehmen zu führen, für mich nie in Frage kam. Ich denke aber dadurch, dass elaja eine absolute Herzenssache für mich war und ist und ich liebe, was ich mache, schlüpfe ich gerne in die Rolle als Chefin und trage ebenso gerne die Verantwortung für alles, was das Unternehmen mit sich bringt.

    • Wie sieht dein Alltag aus und wie sah dein Alltag aus, bevor du Mama geworden bist?

    Unser Alltag ist immer recht ähnlich und routiniert. Für mich ist es wichtig, bestimmte Routinen zu haben und ich denke, dasselbe brauchen auch meine Kinder. Je nach Alter und Phase der Kinder und auch je nach Jahreszeit ändern sich diese alle paar Wochen bei uns. Jetzt, wo das Wetter immer schlechter wird, bin ich sehr viel zu hause und spiele mit den Kindern daheim. Das ist momentan einfach das Entspannteste für uns alle, da unser Großer total gerne daheim spielt und unser Kleiner gerade mitten in der Krabbel-/Hochziehphase ist, was bei dem Wetter zuhause einfach auch am aller besten ist. Da wir zwei Nachteulen haben, die erst ab 22 Uhr müde werden, kann der Tag, vor allem jetzt, wenn es früher dunkel wird, manchmal ziemlich lang werden. Sie machen aber zum Glück beide noch gemeinsam Mittagschlaf, wobei ich die Zeit dann immer zum Arbeiten, Sport machen - und/oder - wenn die Nacht wiedermal durchwachsen war - zum Schlafen nutze.  Dadurch, dass ich bis kurz vor der Geburt unseres ersten Sohnes noch in einer Praxis für Ernährungsberatung gearbeitet habe sowie meine Bachelorarbeit geschrieben und viel in dem Unternehmen meines Mannes geholfen habe, sah mein Alltag sehr viel anders aus. Nicht schlechter oder besser aber eben einfach anders.

    • Wie einfach oder schwer war es für dich, deine eigene Marke zu gründen?

    Es war definitiv nicht leicht. Aber ich wollte es wirklich so unbedingt, dass mich einfach nichts aufhalten konnte. Wenn man sich selbstständig machen möchte, kommen unglaublich viele bürokratische Dinge und Entscheidungen auf einen zu, die man vorher gar nicht so auf dem Schirm hat. Vor allem in der Modebranche, wenn du deine Kleidung komplett selbst herstellen lässt und nicht fertige Teile kaufst und diese nur noch labelst, gibt es so viele Hürden zu überwinden. Auch muss man bedenken, dass man die ersten Monate nichts verdient bzw. draufzahlen muss, wenn man qualitativ hochwertige Stoffe verwendet, die Leute, die am gesamten Arbeitsprozess beteiligt sind, fair bezahlt, nicht in Übersee produziert und so weiter…

    • Wolltest du manchmal alles stehen und liegen lassen und die Selbstständigkeit doch lieber lassen?

    Komplett aufgeben und das Projekt elaja über den Haufen werfen, wollte ich nie. Es gab aber öfters Tage oder Momente, an denen ich gezweifelt habe, ob ich weitermachen soll oder nicht und ob es überhaupt realistisch ist, als Vollzeitmama jetzt mein eigenes Business aufzubauen. Ich wusste von Anfang an, dass elaja bei den Mamis gut ankommen wird und auf hohe Nachfrage stößt, aber meine größten Zweifel lagen darin, nichtmehr genug für meine Kinder da sein zu können oder vor lauter Arbeit und Schlafmangel über Tage hinweg keinen Sport machen zu können. Auch merke ich immer mehr und mehr, dass das Thema Mental Load nicht an mir vorbei geht und es total wichtig ist, das mit meinem Mann zu teilen, sodass er mich entsprechend unterstützen kann. Ich denke grundsätzlich, dass Mütter, die den Wunsch haben, sich Selbstständig zu machen, mehr Unterstützung und Zuspruch darin bekommen sollten und es vollkommen in Ordnung ist zu arbeiten, wenn dadurch die Kinder nicht zu kurz kommen.

    • Wie schaffst du es, den Sport in deinen Alltag zu integrieren?

    Ehrlichgesagt mache ich mir keine Gedanken mehr darüber, ich integriere ihn ganz ungezwungen und selbstverständlich in meinen Alltag, so wie es für andere selbstverständlich ist, am Abend seine Serie auf Netflix zu suchten. Wenn wir schon gegen 22 Uhr im Bett sind und ich morgens um 5 aufwache, weil ich nichtmehr schlafen kann, stelle ich mich eben eine Stunde auf den Ski-Ergometer und lege mich danach nochmal kurz zu den Jungs ins Bett. Und wenn es eine durchwachsene Nacht war, dann trainiere ich eben morgens, wenn mein Mann noch da ist oder wenn beide Mittagschlaf machen. Ich denke, das hat sehr viel mit Prioritäten setzen und Lebensstileinstellung zu tun. Ich weiß, wie es ist, über Monate hinweg nichtmehr in den Tiefschlaf kommen zu können und im Schnitt vier Stunden Schlaf die Nacht zu haben. Aber auch in solchen Zeiten ist es wichtig, Prioritäten zu setzen und wenigstens etwas Struktur in seinen Alltag zu bringen.

    • Du hast etwas ganz anderes gelernt: wieso arbeitest du nicht in deinem erlernten Beruf?

    Ja, ich habe Oecotrophologie in Fulda studiert, also Ernährungswissenschaften. Ich wollte immer in der Ernährungsberatung für Leistungs- und Hochleistungssportler arbeiten, aber irgendwie bin ich nie zu 100% reingekommen. Ich habe zwar in einer Praxis für Ernährungsberatung gearbeitet und konnte dort viel Erfahrung sammeln, aber durch meine Schwangerschaft und alles Weitere, war ich dann doch recht eingeschränkt. Nachdem dann meine Idee für elaja aufgekommen ist, wollte ich sowieso nichts anderes mehr machen, da es für mich nicht nur ein großer Traum war, sondern ich vor allem die Chance gesehen habe, neben meinem Vollzeitjob als Mama, mein eigenes Business aufzubauen. Im Endeffekt kamen also mehrere Faktoren zusammen, die mich weg von meinem erlernten Beruf hin zu dem, was ich jetzt mache, geführt haben. Aber das bedeutet ja nicht, dass ich nicht in zehn Jahren wieder in meinen alten Beruf nebenher einsteigen könnte.

    • Was würdest du gerne anderen Mamas, die das hier lesen, mit auf den Weg geben?

    Sei mit Leib und Seele Mama und investier dich so gut du kannst in dein Kind aber vergesse dabei nicht dich selbst. Verbringe aktiv Zeit mit deinen Kindern, so viel du kannst aber gönn dir auch deine Auszeiten und leg dich mit Ohropacks ins Bett, wenn du fix und fertig bist oder trainiere bis zum Umfallen, wenn du dich danach fühlst. Auch wenn dein Partner vielleicht Vollzeit arbeitet, hast du genauso ein Recht darauf, jeden Tag selbstbestimmte Minuten oder Stunden zu verbringen.